Japan wird auch als die grüne Insel bezeichnet. Als das bergige “Wa”. In diesem Land gibt es lange Küsten, schroffe Vulkane verborgene Schreine und abgelegene Mooswälder. Als wir noch in Deutschland unsere Reise planten war Japan eigentlich nicht auf dem “12-Monate-Plan”. Zu teuer, zu wenig Zeit, zu abgelegen und natürlich zu fischig seine Küche, wie uns schien. Doch als wir dann nach und nach während unserer Reise bemerkten, dass unsere ursprüngliche Route zu ambitioniert war kam dieser kulturelle Gigant wieder aus der Versenkung hervor und wir entschieden unser Glück zu wagen. Doch wie bereist man als Backpacker dieses Land? Zug und Bus sind teuer, die Unterkünfte würden ein riesiges Loch in unseren Geldbeutel reißen und das Essen in den Restaurants würde höchstwahrscheinlich nicht unseren vegetarischen bis veganen Ansprüchen genügen. Also entschieden wir uns, erstmalig das Van-Life auszuprobieren. Mit einem Bett auf Rädern und einer Küche auf dem Boden hofften wir, ein wenig Geld und viel anstrengende Restaurant-Suchen zu sparen. Sicher, wesentlich günstiger würde es dadurch auch nicht werden, aber das Van-Life würde uns, so hofften wir, zumindest mehr Flexibiltät geben auch mal an abgelegenere Flecken zu kommen. Zumindest 3 Wochen mal ganz ohne Hotelsuche schienen unvorstellbar attraktiv. Also gesagt, getan. Wir mieteten online einen kleinen Campervan und düsten nach unserer Stadtzeit in Tokyo direkt los. ACHTUNG: Linksverkehr, immer links bleiben, Robin!
Die ersten Tage auf Rädern waren gelinde gesagt zugleich befreiend und ein wenig beängstigend. Wir taten uns in der Nähe Tokyos und des Fujis noch recht schwer mit der Stellplatzsuche. So übernachteten wir auf einem ungemütlichen Stundenparkplatz mitten in Kamakura, beäugt von den misstrauisch und kritischen Blicken der dörflichen Hundespaziergänger. Die Luft im Van glich in der Nacht eher dem Klima einer Schulsportumkleide, das Bett war ein wenig durchgelegen und recht eng und es gelang uns in der ersten Woche nur höchstselten auf Anhieb an die richtige Van-Seite zu gehen um einzusteigen. Ein ums andere Mal mussten wir den Van umrunden bis wir erst nach dem hundertsten Versuch lernten, dass die Fahrerseite im Linksverkehr auch auf der anderen Seite ist. Andere Mitparkende ließen die ganze Nacht das Standgas an um einen klimatisierte Schlaf zu genießen und besonders bei den großen LKWs war dieser Lärm irgendwann wirklich nervtötend. Doch nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten wurde unsere Roadtour mit jedem Tag besser. Wir fanden immer häufiger die praktischen und meist schönen Michi-No-Ekis, die japanischen Roadsidestations bei denen man umsonst parken kann, Zugang zu Toiletten hat und meistens sogar Zugang zu einem süßen Shop bekommt, in dem die lokalen Bauern ihre Produkte verkaufen. Wir lernten uns möglichst ans andere Ende der LKW-Parkplätze zu stellen und einigten uns auch mit den japanischen Mücken auf einen Waffenstillstand.












