Die sogenannten Pueblos Magicos [magische Dörfer] sind von der mexikanischen Regierung ausgewählte Dörfer und Städte, die auf die ein oder andere Weise einen kulturellen (a.k.a. touristischen) Mehrwert bringen sollen. Um dem gerecht zu werden wurden vor einigen Jahren Mittel bereitgestellt ebenjene Orte zu touristischen Zentren aufzubauen. Mal sind das größere, für ihre indigene Bevölkerung bekannte, Städte in den Bergen, mal kleine Käffer ohne erkennbare touristische Infrastruktur die glücklicherweise in der Nähe einer als schützenswert gekennzeichneten Ruine sind, mal wirklich süße Orte mit viel Liebe und der ein oder anderen netten Ecke. Bereist man Mexiko kommt man zweifelsfrei an einem magischen Dorf vorbei, und jedes hat seinen eigenen Charme, seine eigene Geschichte. Neben den offensichtlichen magischen Kandidaten wie Palenque oder Tulum gibt es aber auch ein paar wenige Orte, die auf besondere Art aus der Masse der über 100 magischen Dörfchen hervorstechen. Hiervon sollen nun zwei im Folgenden Texte in kulturell-historischer Weise beschrieben und bewundert werden.
Mazunte Magico
Gelegen am äußerten Rand des Pazifiks (an einer der Küsten) liegt das kleine, wundersame Mazunte. Es besteht aus ein paar Reihen Hütten, ein paar einsamen Stränden und einer Hauptstraße. Bewohnt wird Mazunte heutzutage von einer Mischung aus ausländischen Touristen, Yoga-Gurus, Drogen-Dealern und ausländischen Shop-Besitzern. Was jetzt vielleicht im ersten Moment ein wenig abschreckend klingen mag ist jedoch schon mit dem zweiten Blick negiert. Denn dieser Ort, so gentrifiziert er auch scheint, versprüht doch einen Charme wie kein zweites Pueblo Magico. Doch die Magie Mazuntes lässt sich erst mit ihrer einzigartigen Geschichte verstehen. Hierfür wird aus der heiligen Schrift zitiert:
“Eines Tages kamen SIE [Die Hauptcharaktere der heiligen Schrift] zum Aufgang des güldenen Sonnenrunds herab an des wildgewässerten Meeresrands. SIE stiegen etliche Stufen hinauf, keuchten ob der frühmorgendlichen Marter, und erreichten zuletzt den klippenumwobenen Punkt der weiten Sicht und ihnen gelang es, einen weiteren Aufstieg der Sonnenscheibe zu besehen. Doch schon nach wenigen Momenten kamen die Pharisäer zu ihnen und klagten: Meister. Diese Frau [sie deuteten mit einer krummen Fingerkuppe auf eine gen Osten befindliche, rasterlockige Dame] ist auf frischer Tat erwischt worden. Sie räkelte sich auf dem einzigen FKK-Strand Mexikos genüsslich in der glühenden Sonne. Mose hat uns solcherlei Schandtat doch klar verboten. Was sagst du? Da rückten SIE etwas näher an die Bittsteller heran und fragten mit intensiver Stimme: ‘Wer unter euch ohne Sandkorn ist, der werfe den ersten Stein! Denn wozu wenn nicht zum nackten Flanieren am offenen Strand seihet ihr nach Mazunte her gereist?’. Als die Pharisäer das hörten gingen sie einer nach dem anderen zur Whale Watching Tour, denn ohne Sandkorn zu sein, das schien ihnen wahrlich unmöglich zu sein an jenem so sandigem Orte der Küste. Dort hatten sie die besondere Erfahrung einer großen Delfinschule in ihrem alltäglichen Spiele beizuwohnen was sie dazu bewog, diesen Ort Mazunte zu nennen, nach dem Korallenriff ‘Ma-Zunt’ ”
Und so wart es geschrieben in der heiligsten aller Schriften, nur so kann die Berühmtheit Mazuntes ihren Ursprung gefunden haben. Naja, vielleicht auch in der wundersam entspannenden Natur, den interessiert vorbeischauenden Nasenbären oder dem ein oder anderen Yoga-Workshop dem Mazunte seinen heutigen Ruf nicht zu unrecht verdankt. Auch wenn es in Mazunte auf den ersten Blick nicht viel zu tun gibt ist es vielleicht gerade das, was es für den heutigen Besucher so attraktiv macht. Hier gibt es Workshops für nahezu jede Art der Selbstbeschäftigung. Mal kannst du dir Tarot Karten lesen lassen, mal einen “Ecstatic Dance” / Tantra Workshop machen oder woanders einfach nur in Ruhe dein Gras in die Luft pusten. Mazunte lässt einen ausatmen, entschleunigen und mit dem besten marokkanischen Essen Mexikos auch beruhigt einschlafen. Käme ein wahrer Zauberer nach Mazunte, gäbe es für ihn nur einen Zauberspruch zu erlernen: “Avada Tranquilidava”.









