Auf Steinen alt wie Stein,
auf Schädelknochgebein,
auf Grund im Grunde platt,
findet täglich Schrecklichs statt,

Dort im Zentrum alter Macht
Moctezumas Lebenspracht
Ringen heute immer wieder
starke Kämpfer, täglich nieder

Unter Kampfgeschrei und Masken
Mit den Muskeln hart wie Stahl
Fliegt der Mucho Lucho nieder
Steigt im Kampf um guldnen Gral

Über Schultern auf den Rücken
in die Eier mit dem Fuß
hat der Lucho seine Tücken
schickt der Meute einen Gruß

Laute Rufe, macht ihn nieder!
ist er nicht der Meute Freund
es ist halt doch der falsche Krieger
Hasserfüllt im blutgen Ring

Doch der Lucho geht noch weiter
kommt der nächste Teufel an
und die Menge sieht es heiter
kommt noch näher an ihn ran

Einsam kämpft er nun, der Krieger
Zweisam lässt er sich drauf ein
Drei ham ihn am Boden nieder
Und der Vierte streckt sein Bein

Schmerzensschreie hallen wieder
von der Marter dort im Ring
nur der Lucho, der geht weiter
um des guldnen Schatzesding

Nur der Lucho mag es wissen
nur der Lucho macht es wahr
einen Sieger will man küssen
doch der Sieger ist nicht klar

Denn verloren hat die Ehre
und der Hass im Kampf obsiegt
Nur der Schrei in blutge Leere
hallt herab vom roten Ring

Heute siegt der Lucho wieder
denn er hat es schon gewusst
ja der Lucho ist nicht bieder
und obsiegt mit Kampfeslust

Ein Epos aus der mexikanischen Hauptstadt. Dort kämpfen alltäglich umringt von tausenden Zuschauern die sogenannten Lucho Libres. Lucho, was auch so viel wie Kampf heißt, ist hier in Mexiko ein beliebtes Ereignis. Im Grunde ist es eine durchchoreografierte Zurschaustellung roher Gewalt, denn im Lucho Libre geht es darum, den Gegner auf möglichst spektakulärer Weise den vermeintlich heftigsten Schmerz zuzufügen. Natürlich sind diese brutalen Kampfestänze ein Spektakel für sich, und wirklich verletzt wird dabei auch niemand, doch ein bisschen seltsam war es schon wie hier tausende Menschen den Kämpfern zujubelten wie sie akrobatisch ins Ringnetz springen um dann ihrem Gegenüber in die Weichteile zu treten, auf den Kopf zu fliegen oder einfach nur weh zu tun. Beeindruckend dabei war aber schon, dass die Darsteller ziemlich fit waren, Saltos und meterhoch durch die Lüfte flogen und zumindest augenscheinlich keine Schmerzen davontrugen. Mir persönlich wäre es aber lieber gewesen, sie hätten das ganze in eine lustige Zirkusshow verpackt anstatt Beispiele für rohe Gewaltanwendung in die Öffentlichkeit zu senden.