Mitten im Zentrum Indiens, versteckt hinter langen Zug und Busfahrten verbirgt sich eine mittelalterliche Stadt, die zeitweise nach Peking die zweitgrößte Stadt der Welt war. Auf einem riesigen Gelände voller Steinquader, Palmen und Flussmündungen erstrecken sich die Überreste dieses einstigen Zentrums hinduistischer Religion und eines Königreiches, von dem wir noch nie gehört hatten. Egal in welche Richtung wir blickten, überall sprossen ehemalige Tempelanlagen, Basare, Statuen und andere historische Bauten aus dem grün-orangenen Umland hervor. Während einige davon auch noch bis heute in Benutzung sind bleiben andere, verstecktere Bauten selbst von den zahlreichen Touristen unberührt. Aber vielleicht starten wir von Beginn an.
Hampi wurde im 14.-16. Jahrhundert als die Hauptstadt des Vijayanagara Königreiches erbaut. Ein hinduistisches Königreich, das sicher auch wegen seines nicht gerade verständlichen Namens den Weg in unsere Geschichtsbücher verpasst hat. Im 15. Jahrhundert lebten hier dann schon bis zu 500.000 Einwohner, und es scheint, als ob diese einen besonderen Bedarf an Tempeln und Anbetungsstätten hatten. Aber davon später mehr. Leider wurde die Stadt dann auch schon relativ früh wieder dem Erdboden gleich gemacht, was dafür sorgte, dass wir heute zumeist nur noch Ruinen und Überbleibsel der vergangenen Pracht entdecken können.
Aber diese Überbleibsel sind es wert, die eher beschwerliche Reise auf sich zu nehmen um nach Hampi zu kommen. Wir konnten uns lange nicht satt sehen an den uns so unbekannten Statuen und den Jahrhundertealten Tempeln. Ganz eigen hebt sich der Baustil von allem ab, was wir sonst schon betrachten konnten. So sind in vielen Tempeln die bis ins Detail verzierten Säulen mehrteilig aufgebaut, und scheinbar so geformt, das jede Säule beim Schlag mit der Hand einen anderen Ton von sich gibt. So entstanden in der Metropole zu Feierlichkeiten ganz eigene Kunstwerke religiöser Musik, die sicher eindrücklich durch die unterschiedlichen Täler schallten. Mittlerweile ist es allerdings bei den meisten Anlagen verboten, auch nur in die Nähe einer Klangsäule zu kommen. Vermutlich, um die Säulen vor den nicht minder motivierten selbsternannten Säulen-Musikern zu schützen, die wir immer wieder beobachten konnten.












