Gleich in unserer ersten Woche in Kambodscha haben wir uns ein absolutes Highlight der gesamten Reise vorgenommen. Wir haben Angkor Wat besucht. Ein riesiges Gebiet voller beeindruckender, hinduistisch-buddhistischer Tempel aus der europäischen „ich Bau mal wieder eine neue gotische Kirche“-Epoche. Inmitten dichten Regenwaldes verstecken sich hier Bauwerke von unglaublichen Ausmaßes, deren Bedeutung noch bis heute in die Kultur, die Religion und das Selbstverständnis der Kambodschaner ausstrahlen.
Für uns begann, frisch unterstützt von unseren deutschen Freunden, unsere Erkundungstour durch Angkor kurz vor Weihnachten. Da das Gelände sich über mehr als 20 Quadratkilometer erstreckt war von Anfang an klar, dass das hier keine Einmal-hin-alles-drin Show werden würde. Wir beratschlagten uns also längere Zeit wie das Großprojekt Angkor wat am besten anzugehen wäre, nicht ohne aber Zeit für den ein oder anderen „Angkor, What?“ Wortwitz auszulassen. Die Vielzahl sehr ähnlicher Tempelbezeichnungen bot sich hierfür aber auch nur zu sehr an, oder könnt ihr ernsthaft einen Unterschied zwischen Angkor Wat, Angkor Tom, Wat Prom, Wat po, Po wat oder wat war den das entdecken? War weiß denn ich wie viele unterschiedliche Tempel es hier zu sehen gibt. Letztlich mussten wir uns aber eingestehen, dass jede noch so detaillierte Planung letzten Endes doch nicht perfekt sein könnte und wir machten uns mit einer groben Skizze, einer Tempelreihenfolge, auf den Weg.
Schon Morgens zwängten wir uns zu viert in ein Romrok, einer Rikscha-Kutsche für den gediegeneren Touristen, und tuckerten aufgeregt durch die beschauliche Waldlandschaft. Am ersten Tempel angekommen, dem Preah Khan, ging dann das Spektakel los. Wir wurden an einem steinernem Tor und einer Umgehungsmauer herausgelassen und machten uns mit unseren Birkenstocks auf den Weg. Mit viel Respekt für den Wald, wir hatten zuvor gelernt dass das gesamte Gebiet um die Tempel herum von Tretminen aus der schrecklichen Völkermordszeit Kambodschas vermint war, waren wir peinlich darauf bedacht dem Tretpfad zu folgen.



















