Es wäre ein Frevel, einen Blog zum Thema Ägypten zu haben und nicht wenigstens einen Artikel über die Pyramiden zu schreiben. Aber fangen wir von vorne an: Noch bevor wir das letzte verbleibende antike Weltwunder betrachten wollen, schlängelten wir uns einige Tage durch Kairo. Laut, staubig und überfüllt beschreibt die Stadt wohl am Besten. Das gibt uns so wohl einen perfekten Vorgeschmack auf Indien, wo alles vermutlich noch lauter, staubiger und überfüllter sein wird. Doch auch Kairo hat einige wunderschöne Moscheen, Forts und koptische Kirchen zu bieten. Schon wenn man es einmal schafft, sich den lockenden Rufen der touristischen Verkäufern auf der Hauptstraße zu wiedersetzen um in eine kleine Nebenstraße abzubiegen, zeigt sich das wohl das wahre Gesicht Kairos: Wie in der Winkelgasse reihen sich dicht kleine Häusschen nebeneinander.
Manchmal sind die Straßen so schmal, dass man nur hintereinander laufen kann. Geschäftig wird an jeder Ecke gefeilscht, sich freundschaftlich umarmt und gemütlich mit Freunden bei einer Tasse Schwarztee Backgammon gespielt. Je weiter man sich aus dem Zentrum entfernt, desto einfacher werden die Häuser. Arbeiter gehen ihren traditionellen Handwerksberufen nach und hämmern konzentriert Metallbleche oder schneiden Ledersohlen. Sie freuen sich, wenn man stehenbleibt, zeigen stolz, was sie gerade anfertigen und bemühen sich mit uns ins Gespräch zu kommen. Die schrägste Begegnung war wohl, als ein Ägypter auf die Frage, woher wie kommen würden, selbstbewusst den Hitlergruß machte. (Übrigens kann man in Kairo an jeder Ecke ‚Mein Kampf‘ in der arabischen Übersetzung kaufen).














