Eigentlich ist Bangkok eine von vielen Reisenden verhasste Stadt. Niemand, dem wir bisher auf unserer Reise begegnet sind, war begeistert von der millionenschweren Hauptstadt Thailands. Die einen finden sie zu laut, zu voll oder einfach zu intensiv. Die anderen wiederum bemängeln die Touristenmassen oder die überteuerten Sehenswürdigkeiten. Kaum einer verliert allzu viele Worte des Lobes zu dieser Stadt. Dementsprechend waren unsere Erwartungen, als wir am Flughafen von Bangkok ankamen, auch deutlich gedämpft. Wir erwarteten ein paar Tage anstrengender Stadt-Atmosphäre, ein paar Rempeleien mit den hiesigen Tuk Tuk-Fahrern und eine insgesamt eher anstrengende Zeit auf unserem Weg Richtung Kambodscha. Aber nichts könnte unseren Aufenthalt in Bangkok schlechter beschreiben als das.
Schon der erste Kontakt mit den hiesigen Verkehrsmitteln war für uns wie eine Stunde feuchter Träumereien. Nachdem wir in Kathmandu nun wirklich die schrecklichsten Busfahrten, den verstopftesten Stadtverkehr und überhaupt kein Fortkommen erfahren hatten war die Metro und der Skytrain, eine überirdisch gebaute Metrostrecke, einfach nur surreal attraktiv. Fast schon in Ekstase angesichts der Pünktlichkeit und der Geschwindigkeit mit der wir gen Innenstadt rasten wollten wir eigentlich gar nicht mehr aussteigen. Mir hätte es wirklich gereicht, einen Tag lang über den Dächern Bangkoks Metro zu fahren, so zufriedenstellend ist die Metro in Bangkok. Die lang geschwungenen, formvollendeten Kurven und die langen, nackten Beine der Schienen-Stützen waren einfach zu reizvoll um sie schon nach so kurzer Zeit wieder zu verlassen. Aber das mussten wir leider doch letzten Endes, immerhin wartete eine Großstadt darauf, von uns entdeckt zu werden.
Ein paar Stunden, eine leckere Pizza eines italienischen Auswanderers und ein kleines veganes Mittagessen später gingen wir, nun schon zuversichtlicher ob unseres bevorstehenden Stadterlebnisses, noch ein bisschen spazieren. Die Stadt spross nur so von frischem, geschäftigen Leben. An allen Ecken gab es etwas neues zu entdecken, etwas leckeres oder kribbeliges zu essen und jede Menge Shops und Schabernack zu beobachten. Irgendwie erinnerte uns das Stadtbild aber auch an China, die meisten Shops verkauften chinesische Speisen oder prahlten mit rot-gelben Lampenschirmen. Erst an einem etwas peinlichen Moment ein paar Stunden später bemerkten wir, dass wir die ganze Zeit durch Chinatown spaziert waren und um uns herum nur Chinesische Einwanderer arbeiteten. Ganz schön authentisch.
Bangkok bot uns, neben der kulinarischen Höhepunkte, aber auch einige sehr protzige touristische Highlights. Wir besuchten eine ganze Stange an unterschiedlichen Tempeln, so zum Beispiel den Königspalast, den Wat Pho und noch eine längere Reihe anderer krass reicher Bauten. Im Gegensatz zur eher alt-ehrwürdigen Religionsausübung in Nepal war Bangkok das extreme Gegenteil. Wo es nur geht haben die Thais Goldornamentik, goldene Buddhas, Intarsien und aufwändige Verzierungen angebracht. Hier strotzte alles nur voller Reichtum und auch ein wenig Prahlerei, jede Wand glitzerte im Sonnenlicht farbenfroh. Ein Tempel konnte eigentlich nicht von sich Reden machen wenn er nicht mindestens 3 Goldstatuen und 20 vergoldete Türme vorweisen konnte.








