“Auf geht’s! Hoch in die Berge, da oben sieht man ja schon ein paar Spitzen hinter den kleinen Hügeln im Vordergrund” schallt es mir durch den Kopf. Voller Elan sind wir die letzten Tage, im Wanderfieber, in unsere Wandervorbereitungen vertieft gewesen. Wir brauchten noch Mehrweg-Trinkflaschen (Plastik-Flaschen sind ab einer bestimmten Höhe verboten), Wanderstöcke zum ausleihen, ebenso Schlafsäcke gegen die Kälte und so weiter. Eine Trekking-Route war auch noch nicht final festgelegt, wir hatten uns also versucht noch in Pokhara, dem Startpunkt für ungefähr tausend Routen, ein bisschen zu erkundigen. Wie würde das Wetter werden? Welche Ausrüstung ist nötig? Haben wir genug Sonnencreme, Nussriegel und Kraft dabei? Ganz schön spannend, so eine mehrtägige Wanderung, und das, obwohl sie noch nicht mal angefangen hatte.
Nachdem wir uns dann in letzter Sekunde gegen die längere, höhere und schattigere Annapurna-Base-Camp Route entschieden hatten ging es dann früh am nächsten Tag los. Bis an den Haaransatz eingemulmt in Merino-Wolle watschelten wir zur Tourist-Bus Station und ließen uns Richtung Nayapul kutschieren. Durch die ganze Wolle ausreichend gepolstert bemerkten wir die “etwas ruckeligere” Straße, ein nur minimal eingefahrenes, ca. 2.5m breites Stein-Sand-Gemisch, erfreulich wenig. Zu groß war unsere eigene Aufregung, unsere Freude auf die kommenden Tage.
Unten in Nayapul angekommen ging es dann auch schon los. Wir packten unsere riesige Wanderkarte direkt an der “Bushaltestelle” aus und rätselten kurz, wo es lang gehen sollte. Als der Bus dann kurz darauf los fuhr wurde die Strecke allerdings klar, hatte er doch ein großes Schild mit der Wegbeschreibung verdeckt. Jetzt noch kurz die Stöcke auf die richtige Höhe eingestellt, wie war noch gleich die richtige Länge für Wanderstöcke?, die Schuhe noch etwas fester verschnürt und es konnte los gehen. Links, Rechts, Links, Rechts marschierten wir die beschauliche, aber etwas langweilige Straße herab ins Tal. Nach 3 Minuten wurde ein allgemeines Stopp-Kommando in der Zwei-Personen-Reisegruppe ausgerufen, das sei ja viel zu heiß hier. Also schnell noch aller Merino-Schichten entledigt, diese in unserem ohnehin schon überfüllten Rucksack verstaut, und weiter gehts. Ah nein, vielleicht doch nochmal kurz Sonnencreme, die Zipper-Hose halbieren und der Schuh, der liebe Wanderschuh sollte noch einer Feinjustierung bedürfen.











